Die Deutsche Eiche ist gefallen?!

Wenn man den zahlreichen Gerüchten und Aussagen diverser Lokalpolitiker_innen aus Ostsachsen Glauben schenken darf, dann ist die Neonazi – Location „Deutsche Eiche“ in Geheege (Rothenburg bei Görlitz) geschlossen. Der Betreiber der Diskothek war bis zuletzt der Neonazi – Aktivist und ehemalige NPD – Stadtrat Steffen Hentschel. Er soll die Deutsche Eiche und auch seinen Bau – Betrieb durch wirtschaftliches Unvermögen selbst gefällt haben. Angeblich würde ein Insolvenzverfahren laufen. Über die Gründe kann man spekulieren. Seine Konzerte liefen bzgl. Zuschauerzahlen und der hohen Eintrittsgelder und Getränkepreise nicht so schlecht, dass man eine Insolvenz hätte erwarten können.

Dass es nun dazu gekommen ist, kann wohl als glückliche Fügung gesehen werden. Sowohl Kommunalpolitiker_innen, als auch die Bürger_innen haben sich in Rothenburg nicht gerade durch antifaschistisches Engagement hervorgetan. Statt mit klaren Aussagen und Taten, versuchte man bei Eröffnung der braunen Location mit deutsch-nationalen Sprüchen zu punkten, was die Neonazis vor Ort eher gefreut als behindert haben dürfte. Weiteres Engagement war dann kaum noch zu vernehmen. Über Absichtserklärungen kamen vereinzelte Initiativen vor Ort nie heraus.

Die Kampagne „Switch off“ wurde dann auch nicht von Menschen vor Ort getragen sondern fand ihren Ursprung in ostsächsischen Städten, mit aktiven Antifa – Strukturen. Die Umstände vor Ort haben unserer Ansicht nach aber auch keine andere Form der Intervention zugelassen, als „von Außen“ politischen Druck aufzubauen. So hatten in Rothenburg immer wieder sehr einflussreiche Vertreter der Kirche versucht Ängste vor dem Auftreten „linksextremer“ Gruppen zu schüren. Was für die Kirche „linksextrem“ sein soll, ist dabei weder definierbar noch nachvollziehbar. Vielleicht war es auch einfach die Angst davor, mit
Widersprüchen im eigenen Handeln konfrontiert zu werden.

Doch diesbezüglich muss auch selbstkritisch angemerkt werden, dass es lange Zeit gebraucht hat, die Kampagne ins Leben zu rufen und dass auch nicht intensiver versucht wurde Verbündete in Rothenburg zu finden, was evtl. trotz der negativen Interventionen der Kirche möglich gewesen wäre.

Wie geht es weiter?
In Ostsachsen gibt es noch mehr als genug Räume, die von Neonazis genutzt werden. Zuerst zu nennen wäre da die Immobilien des Helge Redeker am Stausee Quitzdorf (siehe z.B. DS – Pressefest) oder auch Immobilien in Ostritz, Görlitz und Zittau. Das heißt es gibt auch für die Neonazi – Szene immer noch Möglichkeiten sich im großen Stile zu vernetzen, zu organisieren und neue Anhänger zu gewinnen, denn ihnen stehen Räume zur Verfügung, wo sie dies tun können. Insofern werden wir mit unserer Kampagne weitermachen und andere braune Locations in den Blickpunkt rücken um den politischen Druck auf die rechte Szene in
Ostsachsen weiter zu erhöhen.